Flüchtlingskinder der Lukas-Schule singen für Senioren

Beitrag vom 22. März 2016 um 09:43 Uhr

Die 10-jährige Sina aus Syrien hat sich heute mit Ihrer Bluse extra hübsch angezogen für ihren Besuch im Augustinum. Zusammen mit ihren neun Mitschülern und der Lehrerin Frau Pfeifle fiebert sie fröhlich ihrem Auftritt entgegen: Im Rahmen des Schulprogramms für Flüchtlingskinder der privaten evangelischen Lukas-Schulen München besuchen Sina und Ihre Klassenkameraden heute den Senioren-Wohnstift Augustinum, um die wöchentliche Andacht in der Simeons-Hauskapelle für die Bewohner musikalisch zu gestalten.

Nach einer Begrüßung und Ansprache von Frau Pfarrerin Silbermann und Herrn Pfarrer Durst singen die Schülerinnen und Schüler ein erstes Kinder-Lied vor. Sie begleiten es mit Gesten, klatschen und stampfen dazu laut im Takt. Ihre Freude springt über auf die Bewohner des Augustinums, die sich spontan mit einem kräftigen Applaus bedanken.

In der anschließenden Gesprächsrunde stellen die Senioren – unter Ihnen auch Alt-Oberbürgermeister und Ex-Bundesminister Hans-Jochen Vogel – interessierte Fragen zum Unterrichts-Programm an der Lukas-Schule, zu Herkunft und Reisen der Kinder: Aus Terror und Kriegsregionen in Syrien, Somalia und dem Kongo kommend, haben die Kinder tausende Kilometer per Zug, in Booten, jedoch in großen Teilen auch zu Fuß überstanden, bis sie schließlich Bayern erreichten. Sie sind zwischen 7 und 12 Jahren alt und leben seit gut einem Jahr mit ihren Familien in Deutschland.

Die Lukas-Schulen München standen in einem 3 Monate währenden Dialog mit den Behörden, bis Teilnahme und Unterricht jedes Kindes genehmigt waren. So startete im Jahr 2015 die Beschulung der ausländischen Kinder mit Flüchtlingshintergrund an der Lukas-Grundschule in Großhadern. Die Schülerinnen und Schüler sind an drei Tagen die Woche in acht regulären Klassen integriert. An zwei Tagen die Woche erhalten sie jahrgangsstufen­-übergreifend Deutschunterricht von einer eigens dafür eingestellten Lehrerin.

Vom Schicksal der Kinder gerührt, die hier inzwischen so unbeschwert auftreten können, erzählen einige Bewohner des Wohnstiftes aus Ihrer eigenen Vergangenheit – von Flucht und Neuanfang in der Nachkriegszeit in Deutschland. Heute in der Kapelle des Augustinums sind sich alle einig: das Projekt der Lukas-Schulen ist ein wichtiger Beitrag – der Mut macht auf dem Weg der Integration, für  eine starke Gemeinschaft und Vielfalt in unserer Gesellschaft.