Die mutigsten Schüler der Welt…

Beitrag vom 08. Mai 2015 um 11:37 Uhr

April 2015: Über 900 Tote in einer Nacht – ertrunken im Mittelmeer auf der Flucht nach Europa. Nach einem der schwersten Flüchtlings-Unglücke der letzten Jahre wollte die 7G sehr gern helfen –  doch was kann der Münchner Schüler schon für die Flüchtlinge in 2000km Entfernung tun?

Schüler-Vorschlag 1: „Eine Militärmaschine runterschicken“.

Lehrer-Gegenfrage 1: „Hast Du eine? Kannst Du eine fliegen?“

Schüler-Vorschlag 4: „Unterschriften sammeln!“

Lehrer-Gegenfrage 4: „Und dann?“

Man einigt sich darauf, den demokratischsten aller Wege zu gehen, und die Unterschriften an unseren Repräsentant im Bundestag, Herrn Singhammer, weiterzuleiten. Er wird sich sicher für die Anliegen der Menschen in seinem Wahlkreis einsetzen! Das Anliegen: Siehe Bild. Also auf in die Fußgängerzone!

Lehrer-Vorschlag: „Wer mir die Unterschrift vom Oberbürgermeister bringt, dem spendiere ich eine Klassenfahrt“.

Zwei Stunden später sind die ersten 300 Unterstützer gefunden, darunter der 2. Bürgermeister, Joseph Schmid. Außerdem sind wir eingeladen, OB Dieter Reiter in einer Stunde in seinem Büro zu treffen. Freundliche Sekretärinnen bieten der 7G die besten Warteplätze im OB-Sekretariat an, und der OB prescht durch den Stadtverkehr, um uns noch rechtzeitig vor seinem nächsten Termin empfangen zu können.

Das Lob des Stadtoberhauptes für unser Engagement geht dann runter wie Öl, sein Büro mit Blick auf den Marienplatz imponiert. Und das beste: Wir erhalten einen Pressetermin, um ihm die gesammelten Unterschriften zu überreichen.

Eine Woche später – die Lukas-Gymnasiasten haben auch ihre Kollegen von Real- und Mittelschule aktiviert, empfängt uns der OB im kleinen Sitzungssaal. Das ganze Lukas-Gymnasium ist angereist, einige geben Interviews an München TV. Fernsehen und Fotografen dokumentieren, wie Jonas, Pauli und Basti dem OB 1300 Unterschriften übergeben. Dieser verspricht, sie mit einem Begleitschreiben an den zuständigen Innenminister Thomas de Maizière zu übersenden.

Fazit: Beeindruckend, wie manchmal eine spontane Idee ganz groß wird. Stark, wie offen der OB und seine Mitarbeiterinnen für spontane Schülerbesuche sind, und welch gute Atmosphäre in seinem Büro herrscht. Vielversprechend, wie engagiert die Schüler/innen der 7G und des ganzen Gymnasiums schon sind. Und nur fair, wenn ein Lehrer blechen muss, der seiner 7G nix zutraut. In diesem Sinne: Gratuliere an die drei Mutigen und alle  anderen die mitgemacht haben: Es hat sich gelohnt – für die Flüchtlinge und für euch.

M. Pfauth